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Augustusplatz
Wie kein anderer Platz spiegelt gerade dieser die
Baugeschichte Leipzigs im 20.Jahrhundert wider und bietet dem Betrachter
mit den ihn umschließenden sowie an den Platz angrenzenden Bauten eine
Lektion über den Wechsel der Baustile und Bauweisen der vergangenen
Jahrzehnte: Revolutionär mutete 1929 die Errichtung des 13geschossigen
Europahochhauses an. Diesem zur Rechten folgen Ansichten aus der
Stalin-Ära, prunkvoll gebaute Wohnpaläste aus den frühen 50ern. Zur
Linken folgt die Reihe der unter Ulbricht entstandenen Gebäude, das
frühere Hotel "Deutschland", heute Hotel "Mercure", sowie die Glas- und
Aluminiumkonstruktion des Hauptpostamtes. Das Ende dieser Front markiert
das höchste Wohnhaus der Stadt. Dieser 31 Stockwerke zählende Bau aus
dem Jahre 1972 steht neben dem Gewandhausneubau für die Zeit der
Honecker-Herrschaft. Der 1886
errichtete neobarocke Mendebrunnen (Höhe 18m) ist das einzig erhaltene
Zeugnis eines der bedeutendsten deutschen Platzensembles des ausgehenden
19. Jahrhunderts. Mit neuen Stücken aus Porphyr versehen und
rekonstruiert, bildet er heute vor dem Neuen Gewandhaus stehend einen
kontrastreichen Gegenpol zu dem neuen und modern umgestalteten
Augustusplatz. Am Augustusplatz zuhause ist auch die Universität
Leipzig. Seit ihrer Gründung 1409 ist sie seit jeher Wirkungs- und
Bildungsstätte berühmter Persönlichkeiten wie Thomasius, Gottsched,
Lessing, Klopstock, Goethe oder Gellert gewesen. Ein nicht ganz
unstrittiger Neubau führte zum wohl bekanntesten Wahrzeichen Leipzigs -
dem 1975 eröffneten Uni-Riesen oder "Weisheitszahn", wie ihn der
Volksmund nennt.
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